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| das V-ExperiMENT vor dem Start | die RC-Anlage in der Rumpfnase, gut zu sehen die beidseitigen Akkupacks | hier die Rumpfnase, fertig ausgewogen |
Die modernen 4-Klappen-Segler größerer Spannweiten sind in der heutigen Modell-Landschaft schon etwas häufiger zu sehen, nachdem die großen Hersteller solche Modelle im Programm haben.
Besonders der Milan von Multiplex (Spannweite 3,40m) fällt hier angenehm auf.
Die 4-Klappen-Technik hat schon einen gewissen Reiz, der sich aus dem präzisen Steuerverhalten und der Möglichkeit des punktgenauen Abbremsens per Butterfly ergibt.
Diese Steuermöglichkeiten, zusammen mit einem aerodynamisch günstigen Rumpf haben auch mich nach einer günstigen Möglichkeit suchen lassen, ein solches Modell zu erwerben.
Per Zufall war dann auch auf einem Modell-Flohmarkt im Frühjahr 2006 ein Tragflächensatz eines 3,68m messenden "V-Experience" von Graupner im Angebot.
Dazu gab es noch ein beschädigtes V-Leitwerk und die Aussage, dass das Teil recht gut geflogen sei - bis zu seinem Ende in einem Steinhaufen...
Die "V-Experience" war wohl ein recht gutes F3B-Modell, wird aber nun seit mehreren Jahren nicht mehr gebaut und ein Original-Ersatzrumpf ist nicht mehr lieferbar.
Nach einigen Recherchen fand sich dazu in einem Forum noch die Bemerkung, dass der Originalrumpf ohnehin etwas zu kurz sei - es musste also eine Alternative her...
Aus dem geplanten Seglerkauf würde nun ein eher experimenteller Segler-Aufbau werden - ein "V-ExperiMENT"
Die Lösung kam in Form einer ebay-Auktion über einen "GFK Seglerrumpf 1,44m" mit Aufsteck-Nase.
Das Teil wurde kurzerhand beschafft, beschaut und... für zwar ganz gut passend aber recht labil befunden.
Mein Ehrgeiz war nun aber geweckt und ich hatte die Idee, innen in den Rumpf Streifen aus unidirektionalem Kohle-Gelege einzulaminieren.
Nach dem Ausschleifen des Rumpfes mittels Schleifkissen an einer biegsamen Welle konnte die Aktion starten mit einer kleinen Walze (aus einem "Rohr-Roller") an einem Holzstab und diversen Verrenkungen die Kohlestreifen in den Rumpf einzuführen und mit der Walze dort an die Wandung zu kleben.
Kurz: das Ergebnis sah verblüffend gut aus und gab Mut für den weiteren Umbau.
Ein Sperrholzbrett unter der Tragflächenauflage incl. Einschlagmuttern und ein stabiler Hochstarthakenlagerklotz wurden mit reichlich per Baumwollflocken verdicktem UHU-plus endfest 300 eingeklebt.
Das Leitwerk wurde abgezogen, zertrennt (und wo nötig repariert) und auf eine Steckung (5mm Stahlbolzen) zum Rumpf angepasst.
Nach diesen grundlegenden Arbeiten konnte das Modell erstmals zusammengesteckt und es sollte per Dummy-Teilen eine optimale Position zum Erreichen des korrekten Schwerpunkts ermittelt werden.
Der Schwerpunkt ließ sich leider nur unter Einsatz von mindestens 400g Gewicht in der Nase an seinen Platz zwingen - das sollte natürlich möglichst keine "tote" Masse sein sondern in Form von Akkus mit in die Luft gehen.
Die optimale Konstellation im nur Ø53mm messenden Rumpf wurde als Doppelversorgung aus je 5 NiCd-Akkus mit 1700mAh ermittelt (10 x 33g).
Zur Vereinfachung der Leitwerksanlenkung wurden die Bowdenzüge allerdings oben aus dem Rumpf heraus und mittels Kugelköpfen an normale Ruderhörner geführt.
Das Einpassen eines Mittelschwerts aus Sperrholz, das alle Komponenten tragen sollte war dann noch einmal ein kniffliger Akt.
Der Anbau aller Teile (10 Akkuzellen, Schalter, Ladebuchsen, Doppel-Schottky-Diode, zwei HS-85MG Servos, ein MPX Micro 5/7 IPD Empfänger, Übergabestecker zur Fläche mit Drosseln) an das noch nicht eingebaute Schwert war eine reine Fleißaufgabe.
Das Schwert musste dann nur noch komplett mit Komponenten satt in den Rumpf und an die dort vorhandenen Holzteile angeklebt werden.
Beim Auswiegen nach dem Bau zeigte sich dann aber, dass noch immer 230g Blei in der Nase Platz finden mussten - mit Hilfe von reichlich Heißkleber wurde das dann auch gelöst.
Technische Daten des Modells:
Das Einfliegen wurde nach der Programmierung der Klappen-Ansteuerung und Huckepack-Start in sicherer Höhe durchgeführt - das Modell zeigte sofort ein ruhiges und unkritisches Verhalten.
Der Butterfly-Einsatz (unter Zumischung von etwas Tiefenruder) ist zum Landen eine wahre Freude: das Modell schwebt sicher und langsam ein.
So gerüstet sah das Modell seiner eigentlichen Aufgabe entgegen: dem alpinen Hangflug in unserem alljährlichen Sommerurlaub in Österreich.
Dort konnte es getestet werden und zeigte sich als ruhiger, sicherer Gleiter, der Thermik und Aufwind gut umsetzt.
Loopings und Rollen sind kein Problem, aber nicht die Stärke eines solchen Modells.
Die stabile Tragfläche dämpft durch ihr Gewicht die Rollwendigkeit deutlich.
Der Aufwand und das Risiko haben sich aber voll gelohnt - ein käufliches Modell dieser Größe wäre mir schlicht zu viel Geld für einige wenige Tage Segelvergnügen im Sommer...