OS FS-120 SP
Super Charger

Dieser Motor stellt einen Meilenstein der Viertaktmotorentwicklung dar, den es seither kein zweites Mal gegeben hat. Der Motor verfügt nämlich über einen mechanisch angetriebenen Kompressor zur Leistungssteigerung.
In den 90er Jahren galt in der FAI-Modellflug-Wettbewerbsklasse F3A eine Hubraumregelung, die für die Modelle mit 2-Takt-Motor max. 10 ccm und bei 4-Takt-Motoren 20 ccm zuließ. Da über die weitere Ausführung der Motoren keine Angaben gemacht wurden, entstanden in den Werkstätten der Motorenhersteller bald die ersten Viertakt- Hochleistungsmotoren mit 20 ccm Hubraum. Dazu gehörte zuerst der Yamada YS 120 SF mit dynamischer Kurbelgehäuse- Vorkompression und ab 1991 der OS FS-120 SP "SuperCharger", der nun wirklich einen aufgeladenen Motor darstellte.
Das hinten am umgebauten FS-120 Surpass 2 angeflanschte Roots-Gebläse ist streng genommen kein Kompressor, sondern ein Verdränger. Dieses Ladersystem mit seinen 8-förmigen Rotationskörpern ist besonders durch den Einsatz in der Automobilwelt seit den 30er Jahren bekannt geworden (Bentley Blower, BMW-Motorräder, Mercedes Kompressor,...) und steigert beim FS-120 SP die Leistung auf 2,5 PS bei ca. 2 bar Ladedruck.
Wie nicht anders zu erwarten, schlug vor allem dieser Motor die gesamte 2-Takt-Konkurrenz der F3A-Klasse woraufhin das Regelement dieser Klasse innerhalb weniger Jahre geändert wurde und nun als Beschränkung ein maximaler Hubraum von 20 ccm für alle Motoren gilt. Der Motor verkaufte sich in Nicht-Renn-Kreisen besonders durch seine Leistung bei geringfügig erhöhtem Gewicht und Preis im Vergleich zum FS-120 Surpass. Zudem stellt er natürlich eine gewisse technische Exklusivklasse dar, deren Faszination bei manchen bestimmt ausschlaggebend für den Kauf des Motors ist.

Im Betrieb lassen sich dem Motor nur die besten Noten erteilen: er zeigt bei richtiger Einstellung des Vergasers eine sonst ungekannte Spantanität beim Gasgeben, einen sicheren Leerlauf und absolute Drehzahlfestigkeit bis zu 11000 min^-1. Ein guter Teil dieser Eigenschaften ist auf den neuen Vergaser in Kombination mit der Zahnrad-Spritpumpe und dem Druckregler zurückzuführen. Allerdings stellt der Motor Ansprüche an Kraftstoff und die Auspuffanlage, denn leise ist er durch die hohen Drehzahlen nicht gerade.

Technische Daten des Motors:

  • Bohrung / Hub: 30,4 / 27,5 mm
  • Hubraum: 19,96 cm^3
  • Leistung: 1,84 kW (2,5PS) bei 10000 min^-1
  • Gewicht: 1030 g

  • Der Motor kann je nach Einsatz mit Luftschrauben (bitte nur schwere Kunststoff- und keine CfK- oder Holzluftschrauben verwenden) von 13x13, 14x10, 16x8, 18x6 Zoll betrieben werden, die die Vollgasdrehzahl nicht unter ca. 8500 min^-1 drücken. Ich selbst werde diesen Motor demnächst in einem Hochdecker mit 2,7 m Spannweite einsetzen, der als Schleppflugzeug ausgelegt ist.
    Eine von der Zelle entkoppelte Lagerung in Schwingelementen ist dabei zu empfehlen, denn die Erschütterungen durch die Zündungen sind doch sehr brutal. Auch ein Ansaugluftfilter mit Ansaugung aus dem Rumpfinneren ist empfehlenswert, das Ansauggeräusch ist doch auch recht laut.

    Entgegen einigen anderslautenden Berichten reicht ein Nitromethan-Anteil von 8% (MethaSynth 115+8) für normalen Flugbetrieb vollkommen aus, nur ganz ohne will er nicht richtig laufen. Wichtig ist auf jeden Fall ein großflächiger Kraftstofffilter in der Ansaugleitung, auch ein kleiner Filter im Rücklauf von der Pumpe zum Tank ist nicht verkehrt.
    Der auf dem Bild zu sehende Auspuff ist als Schalldämpfer völlig unzureichend. Ich empfehle, einen Schalldämpfer entsprechend den Anforderungen selbst zu bauen, z.B. aus Gaskartuschen. Mein Topfschalldämpfer bringt den Motor auf 80 dB(A) in 7 m Entfernung herunter, bei immerhin 8700 min^-1. Bei Bedarf kann ich zum Selbstbau von Viertakt-Topfschalldämpfern auch einige Hinweise geben (die Benzinmotor-Fans können sich an die Selbstbauanleitung von Toni Clark für dessen CAP 21 mit ZG 62 halten, so wie unser Rolf Uhland dies für seinen Skylifter getan hat).

    Fragen nach dem Umgang oder den den Erfahrungen mit diesem Motor beantworte ich gerne per Email, s.u.

    Bericht von: Mark Schweiher ()
    Daten entnommen aus dem "Modell"-Bericht im Heft 5/96 von Werner Frings und den Internet-Seiten der Fa. OS Engines.
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