OS FF-320
Pegasus 320
Dieser Motor ist gewissermaßen die Krönung in jedem Modellflieger- Motorensortiment.
Ein waschechter 4-Zylinder 4-Takt-Boxermotor mit Zentralnockenwelle und Stößelstangen, wie es ihn sonst nur in der Großfliegerei gibt.
Der erste OS 4-Zylinder "Pegasus" (FF-240) wurde direkt aus dem 2-Zylinder Boxer-Pendant "Gemini II" (FT-120II, zweite Serie) abgeleitet.
Nach dessen Hubraumsteigerung durch eine vergrößerte Bohrung zum FT-160 wurde diese Änderung auch am Pegasus nachgezogen, der somit von 2.40 in^3 auf 3.20 in^3 (= 53 ccm) anwuchs.
Dieser Motor steigert die ohnehin gute Laufruhe eines Boxermotors ins Nonplusultra.
Der Ton im Betrieb ist allerdings eher modellflugunüblich: durch die vier Zylinder klingt der Motor mehr nach einem Sportmotorrad als nach gemütlichem Viertaktantrieb.
Das liegt daran, weil die Großflugzeug-Motoren nur etwa 2500 min^-1 drehen, und ein Modellmotor mit gleicher Zylinderanzahl bei ca. 7000 min^-1 dann einfach zu viele Zündungen in der gleichen Zeit bietet.
Der Motor ist natürlich eine Augenweide, die Leistung lässt sich durch andere Motoren in ähnlicher Größe auch mit einem geringeren Aufwand erzielen.
Viele verwenden diesen Motor deshalb an einem Flugzeug, das zumindest die Zylinderköpfe sichtbar lässt.
Technische Daten des Motors:
Der Motor kann ohne weiteres mit schönen, leichten Holzluftschrauben der Größen 18x10 .. 22x12 Zoll verwendet werden.
Beim Anwerfen, das man einfach von Hand vornehmen sollte, braucht dabei nicht einmal auf eine besondere Kurbelwellenstellung geachtet werden, denn der Motor zündet ja jede halbe Kurbelwellenumdrehung.
Bei Zweiblatt-Props also auf jedem Blatt!
Viel Schwung zu holen braucht man aus dem selben Grund auch nicht.
Bei der Einstellung des Vergasers muss sehr sorgfältig umgegangen werden.
Weil die Saugrohre vom Vergaser zu den einzelnen Zylindern ungleich lang sind und die Zylinder im Betrieb nicht gleichmäßig warm werden, ist die gesamte Einstellung immer ein Kompromiss.
Es empfielt sich auch der Einsatz einer Glühautomatik oder einer Zündung.
Aus Gründen der Laufsicherheit ist auch etwas Nitromethan im Sprit vonnöten.
Ohne wird der Motor schlecht anspringen und die einzelnen Zylinder werden nur unwillig ihre Arbeit aufnehmen.
Im schlechtesten Fall läuft der Motor zuerst nur auf einem Zylinder und schleppt die anderen mit.
Gerade bin ich am Aufbau einer eigenen Glühanlage, diese erkennt mittels Microprozessor im Betrieb, ob ein Zylinder ausgegangen ist und heizt diesen entsprechend nach.
Die Standardmethode 'Leerlaufglühen' wird natürlich auch ausgeführt.
Ich selbst habe diesen Motor für eine Piper PA-18 "Super Cub" (Toni Clark Baukasten) mit 2,80 m Spannweite vorgesehen, nachdem ich erkannt habe, dass der Motor genau unter die Haube passt.
Zugegeben, der optische Genuss bleibt dem Betrachter bei diesem Modell durch die Haube verborgen, aber ich weiß ja was darunter ist...
Fragen nach dem Umgang oder den den Erfahrungen mit diesem Motor beantworte ich gerne per Email, s.u.
Eine Übersicht über die im Motor verwendeten Kugellager:
| Lagerposition |
OS Teile-Nr. |
Graupner-Nr. |
ISO-Nr. |
| Kurbelwelle vorn |
26731002 |
1477.28 |
R6-1Z 1438ZR |
| Kurbelwelle mitte |
22130004 |
1464.22 |
Sonderlager (13x28x6,35) |
| Kurbelwelle hinten (3x) |
46030008 |
1429.22 |
61904 |
| Nockenwelle vorn |
46031005 |
1478.41 |
606 |
| Nockenwelle hinten |
22631019 |
1475.28 |
689 1790ZZ |
Adressen für Kugellager-Bezug siehe Link-Seite.
Bericht von: Mark Schweiher (
)
Daten entnommen der Bedienungsanleitung des Motors und den Internet-Seiten der Fa. OS Engines.
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